Same same but different 

Hallo 2017

Am 3. Januar machten sich drei müde gestalten, halb schlaftrunken, in aller frühe zum Flughafen auf. 

Schon den Abend davor war es komisch gewesen NOSKK zu verlassen, um dann die Nacht in Kolkata zu verbringen, weil der Weg morgens von NOSKK zum Flughafen nicht machbar gewesen wäre. Dadurch, dass dem Team bei NOSKK unsere Reise nicht so unbedingt vor Augen gewesen war, waren sie ein bisschen überrascht und zum Teil auch etwas traurig, dass sich Emmy und ich auf den Weg machten. Vor den Augen der Menschen, an denen wir vorbeifuhren, schien es vermutlich sogar als wären wir auf dem Weg zurück nach Deutschland, mit zwei großen Taschen. Erst am 13. Januar würden wir wieder eintreffen, für einige der Kinder also eine halbe Ewigkeit. 
Nach einem netten Abend ging es dann ganz früh an den Flughafen und das ist schon irgendwie komisch, also zu fliegen, obwohl es nicht zurück nach Deutschland geht. Nach 2 Stunden Flug erreichten wir dann Hyderabad und irgendwie wirkte alles ein bisschen anders als wir es aus Kolkata kannten, vielleicht war es aber auch nur dieses Gefühl mal weit weg zu sein und etwas anderes zu erleben. 

Das Zwischenseminar, welches 5 Tage geht, war noch 4 Tage hin. Davor beschlossen wir einen kleinen Ausflug von Hyderabad nach Hampi zu machen, einem kleinen Touristendorf mit grandioser Natur. Emmy und Linus sind beide sehr erpicht darauf diese Strecke von 377 Kilometern mit dem Motorrad genauer gesagt mit einer Royal Enfield zu bewältigen. Also sind wir direkt vom Flughafen zu einem Motorradverleih gefahren und haben dort zwei Royal Enfields geliehen, mit denen es dann auch direkt losging. Leider war es dann aber schon ganz schön spät und erstmal aus dem Stadtkern zu entfliehen, kostete uns zwei Stunden. Aus diesem Grund beschlossen wir, die Reise doch nicht noch an dem Tag zurückzulegen, sondern uns noch ein kleines Hotel zu nehmen und früh am nächsten morgen aufzubrechen. 
Am nächsten morgen fuhren die 2 Räder mit den drei Personen los. Erstmal ziemlich lang auf einer Autobahn und dann, als wir die Hauptstrecke zwischen Hyderabad und Bangalore nach Westen verließen, auf einer sehr schönen kleinen Straße, die von Feldern gesäumt war. Auf der gesamten Strecke waren kaum größere Dörfer und es war alles sehr flach. Trotzdem wurde die Fahrt ganz schön lang und nach 8 Stunden kamen wir in Hampi an. Zwischendurch gab es immer wieder lustige und schöne Begegnungen und die große Überraschung, dass die eine Royale Enfield von einer Frau gefahren wird. Mir hat das Klima dort im Süden deutlich besser gefallen, denn es hatte viel von einem Urlaubstag in Spanien. In der Nähe von Kolkata ist die Wärme oft anstrengend und stickig, wobei das vermutlich auch an dem Smog der Stadt liegt.

Um 21 Uhr kamen wir in Hampi an: Hampi war vor 500 Jahren die Hauptstadt des Königreiches Vijayangar und hatte zu dem Zeitpunkt auch rund 500.000 Einwohner. Davon übrig geblieben sind sehr viele alte Tempel und Wohnhäuser, die über eine sehr große Fläche verteilt sind. Dazu kommen grandiose Felsformationen und ein kleiner Fluss. Außerdem eben ein kleiner Touristenorte mit 3.000 Einwohnern, der jede Art von europäischen Essen anbietet, also auch Lasagne, Continental Breakfast und andere Speisen, die ich sehr schön fand dort zu bekommen. Als wir um 21 Uhr aus dem völligen dunkel plötzlich vor dem riesigen Tempel standen, war das schon sehr beeindruckend und dann gab es erstmal sehr viel zu essen und ein sehr schönes Gästezimmer. Leider hatten wir dann nur noch einen vollen Tag in Hampi, den wir sehr entspannt verbracht haben und ein wenig die Gegend erkundet haben. Ich bin auch fest davon überzeugt nochmal dorthin zu kommen, da ich eh schon fest plane während des Studiums in Semesterferien nochmals eine längere Reise durch Indien zu machen, denn Indien ist viel zu groß, um es in vier/fünf Wochen Urlaub zu erkunden, zumal bei dem vergangenen Besuch meiner Mama und dem noch kommenden meines Papas ja auch das Zeigen von NOSKK und Kolkatas eher im Vordergrund steht. 

Die Stadt Hampi. 

Flug nach Kolkata (das sollte eigentlich ganz oben in den Text)


Früh am Morgen mit einem wunderschönen Blick über Hampi 

Nach 12 Stunden auf dem Motorrad alle ein wenig fertig. 

Hampi 

Continentales Frühstück


Hampi 
In aller Frühe (um 6 Uhr) am 6. Januar machten wir drei seltsame Gestalten uns wieder auf den Rückweg, nicht ganz bedacht bei dem frühen Aufbruch war die Kälte, die uns die ersten drei Stunden entgegenschlug. In den Wintermonaten wird es in den meisten Teilen Indiens zwar tagsüber auch über 25 Grad, allerdings kühlt es nachts bis zu 10 Grad runter. Dafür war es aber wunderschön zu sehen, wie es hell wurde. Nach 11 Stunden sind wir dann wieder in Hyderabad gelandet. Die Strecke war für einen Tag schon relativ lang und vor allem nicht besonders abwechslungsreich, weil das Gebiet Indiens aus vielen Feldern und sehr flacher Landschaft besteht. 

Am selben Abend ging es dann auch noch zu der Waldorfschule in Hyderabad, in dem das Zwischenseminar stattfanden. Außerdem trafen wir dann auch auf die Hälfte der Mitfreiwilligen in Indien, die andere hatte ihr Zwischenseminar 10 Tage später. Über die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners sind dieses Jahr ungefähr 50 Freiwillige ganz verteilt in Indien. So kamen wir von Pune, Madurai, Hospet, Kolkata und Hyderabad zusammen. Jeder schon mit drei bis fünf Monaten in seiner Einsatzstelle und mit einem Rucksack voller Geschichten, Erlebnisse und Gedanken, die natürlich erst einmal erzählt und ausgetauscht wurden. Das Seminar gehört bei einem Weltwärts Dienst verpflichtend, wie das Vorbereitungsseminar und das Nachbereitungsseminar und dir Zwischenberichte, dazu. In den fünf Tagen ging es hauptsächlich darum die bisherige Zeit zu reflektieren; Schwierigkeiten, die jeder so mitbringt zu verkleinern und insbesondere über die restliche Zeit im freiwilligen Jahr zu reden. Mir hat es gut getan, mal wieder mit vielen Menschen wirklich mit hundertprozentigen Sprachverständnis zu reden. Auch wenn es bei NOSKK zwar immer besser klappt, sich zu verständigen, ist das doch etwas anderes. Außerdem gab es sehr viel geniales Essen zum Beispiel echten Käse und Vollkornbrot und natürlich sehr viele schöne Begegnungen. 

Wie aus einer anderen Welt entschlüpft, ging es dann am 12. Januar mit sehr viel neuer Motivation wieder mit dem Flieger zurück nach Kolkata. In Kolkata gelandet überkam mich ein großes Gefühl von zuhause ankommen und ich habe diese Stadt mittlerweile sehr in mein Herz geschlossen. Diese Stadt hat für Touristen keine großen Sehenswürdigkeiten, aber durch die Mischung aus kolonialem Stiel, moderner Großstadt und einer Priese Chaos freue ich mich immer wieder mich durch die Straßen zu schlängeln und mit meinem Bengali die  Straßenverkäufer ins Staunen zu versetzen. Jetzt bin ich schon wieder über zwei Wochen zurück (Wahnsinn!). Gerade heute war ich auf meiner vierten Hochzeit hier und ich werde nochmal über Hochzeiten im allgemeinen Schreiben, ab nächsten Sonntag nehme ich mir, von einer Mitfreiwilligen inspiriert, vor jede Woche ein Bild mit einem kleinen Text über verschiedenes zu schreiben und natürlich über die Arbeit hier. 
Und hier noch ein paar Impressionen von den letzten zwei Wochen bei NOSKK: 


Emmy und ich – das erste mal mit selbstgebundenen Sarirs – an Emmys Geburtstag

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