Delhi 

So jetzt kommen mal wieder eher Berichte: 

Ich war für drei Tage in Delhi und zwar letzte Woche. Das war eine ganz spontane Reise, die von unserer Chefin eingefädelt wurde. Sie nahm nämlich dort an einem Meeting, welches sich mit den SDGs (Sustainable Development Goals) beschäftigte, teil. 

https://sustainabledevelopment.un.org/

Dieses Meeting ging drei Tage und an zweien von den dreien nahmen wir teil. Auch wenn es zum Teil auf Hindi war, war es extrem spannend diese unterschiedlichen Chefs unterschiedlicher Hilfsorganisationen kennenzulernen. Auch kam einer von der UN der für Indien zuständig ist, dazu. Leider hatte ich nur den Eindruck, dass dieses Meeting wieder sehr von oben herab war und glaube ich nicht unbedingt für die Arbeit unserer Chefin wirklich hilfreich. 

Hingefahren sind wir übrigens mit dem Zug. Eine sehr angenehme Strecke, 17 Stunden mit dem Schlafwagen, in denen es reichlich Gutes zu essen gab und die Zeit sehr schnell umging. Gerade weil wir abends um 17 Uhr in den Zug stiegen und morgens um 10 ankamen. Auch zurück waren wir mit dem Zug unterwegs, leider dieses Mal dann mit einem anderen und in der Sleeper Klasse. Der Zug zurück war kein Express Zug und brauchte 24 Stunden und hatte dann noch 3 Stunden Verspätung, was irgendwann dann doch sehr unangenehm war. Ich habe mir im übrigen vorgenommen mich NIE mehr über Verspätungen der Bahn in Deutschland zu beschweren. Dieser Zug hatte 3 1/2 Stunden Verspätungen und es wurde nie auch nur erwähnt wieso und wie lange die Fahrt noch dauern wird. 

Und jetzt noch zu Delhi: 

Delhi kann ich nicht unbedingt als schön bezeichnen. Es gibt auf der einen Seite diese typischen Sehenswürdigkeiten, die jeder schon mal von Postkarten oder dergleichen gesehen hat. Lotus Tempel, India Gate, Red Fort, Humayens Thomb … und natürlich sind einige davon relativ beeindruckend, aber so ein richtiges Stadtgefühl beziehungsweise Altstadtleben habe ich nicht gesehen. Dazu kommt natürlich, dass Delhi einfach sehr weitläufig ist und an jeder Sehenswürdigkeit wirklich hunderte Menschen stehen, die einem was verkaufen wollen. Ich glaube, dass hat mich am meisten gestört. In kolkata sind die Einheimischen, wenn sie einen ansprechen, auf (meistens) eine sehr ehrliche Weise interessiert und neugierig und natürlich abgesehen von ein paar Ausnahmen haben sie keine finanziellen Absichten. In Delhi war es immer klar, dass die Einheimischen immer etwas wollten, beziehungsweise der Kontakt mit Einheimischen sehr viel schwieriger war. 

Ich glaube aber auch, dass ich mich einfach auch in Kolkata und den Charm der Stadt verliebt habe und mich dann sehr gefreut habe wieder zurück zu kommen. 

Delhi ist einfach auch doch eher so eine Weltstadt, die sich mit den unzähligen Geschäften nicht grundlegend von anderen Städten unterscheidet. 

Trotzdem hat es mir sehr gut getan mal woanders hinzukommen und einfach mal komplett rauszukommen und darüberhinaus haben wir noch Marit, eine andere Freiwillige die ich vom Vorbereitungsseminar kenne, getroffen. Das war auch sehr schön und es hat gut getan sich mal ein wenig auszutauschen. 

Es gibt glaube ich aber noch eine Sache, die einfach spannend ist zu erwähnen. Ganz plötzlich von ein auf den anderen Tag verkündete Modi, der PM Indiens, dass die 500 Rupien und 1000 Rupien Scheine nicht mehr gültig sind. Also er sagte es in einer Meldung um 21 Uhr und ab 24 Uhr verloren beide Scheine ihre Gültigkeit. 500 Rupien sind so 7€ und 1000 Rupien dann eben 14€. Es gibt ansonsten nur noch 10, 20, 50 und 100 Rupien Scheine. Also ist gerade der 500 Rupien Schein, vergleichbar mit der Wichtigkeit von 10€ und 20€ Scheinen in Deutschland. Danach beschloss er die Bankautomaten für 2 Tage zu schließen und danach an jede Person höchstens 2000 Rupien auszugeben. An dem Tag, an dem die Bankautomaten wieder geöffnet waren, warteten dann bis zu 200 Leute vor einem von ihnen und abends waren sie natürlich komplett leer. Das schlimmste daran ist, dass diese Maßnahme besonders die Armen trifft, weil sie natürlich eher kein Bankkonto haben und der Umtausch nur mit Bankkonto möglich ist. Außerdem haben alle Märkte schwere Verluste gemacht, weil plötzlich niemand mehr Bargeld hatte. Offiziell wurde diese Aktion durchgeführt, weil damit illegale Geschäfte und gefälschtes Geld eingedämmt werden sollen. 

Mich hat diese Aktion zum Glück nicht so sehr getroffen, auch wenn das genau an dem Tag verkündet wurde, an dem wir in Delhi ankamen. Gerade in Delhi ist das Karte zahlen sehr gut möglich. Nur der Transport war irgendwann schwierig, weil in den Totos natürlich nur Bargeldzahlung möglich war. Trotzdem ist ein bisschen nervig, weil ich bis jetzt noch kein Bargeld habe und auch so kleine Sachen wie Obstkaufen eher nicht möglich sind. 

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