Kolkata, Englisch, Rupien 

Heute war ich mit meiner Chefin in Kolkata bei einem Meeting, in dem es um die „National Policy For Women 2016“ ging. Das ist im Prinzip ein 50 Seiten langer Bericht über das, was sich noch für Frauen in Indien verbessern soll und dieser Bericht wurde von dem Regierungsbereich, der sich um Rechte für Frauen und Kinder kümmert, aufgestellt. Bei diesem Meeting wurde im Büro der Kommission für Frauen in WestBengal über diesen Bericht gesprochen. Anwesend waren eine ganze Reihe sehr interessanter Frauen, die größtenteils wie meine Chefin auch in einer NGO tätig sind. Eine Frau setzt sich in Kolkata für die LGBT Community und die Rechte von Homosexuellen ein, eine Andere setzt sich für die Rechte von Prostetuierten ein und so weiter. Leider war natürlich auch dieses Meeting in Bengali, so dass ich nicht immer alles verstanden habe, aber die Frau neben mir hat vieles übersetzt und ab und zu wurde auch in Englisch gesprochen. Ich freue mich außerdem sehr, dass meine Chefin daran so interessiert ist mir so viel zu zeigen und mich überall vorzustellen, so habe ich die Möglichkeit sehr viele tolle Menschen kennen zu lernen. 

Gestern habe ich meinen ersten Englischunterricht gegeben und zwar direkt den Mitarbeitern hier. Das war dann schon ein komisches Gefühl plötzlich vor 30 Erwachsenen zustehen und Grundlagen in Englisch zu erklären. Ich habe damit angefangen, dass Verb to be(sein) einzuführen und in der Gegenwartsform zu konjugieren. Dann habe ich Gefühle dazugenommen, so dass Sätze wie I am happy/tired/hungry und so gebildet werden konnten und noch die Frage Are you happy…?. Also Hausaufgabe habe ich dann aufgegeben, dass alle 5 Fragen und Antworten aufschreiben sollen. Es war schon eine sehr merkwürdige Erfahrung, aber auch schön, weil ich das erste mal das Gefühl hatte wirklich was zu tun, anstatt mich nur durchfüttern und ständig was zeigen zu lassen. Außerdem war einer, der ziemlich gut Englisch kann und mir auch Bengali beibringt als Vermittler dabei. 

Mir fällt jetzt schon auf, dass ich einen ganz anderen Blick auf Geld bekomme: Ungefähr 73 Rupien sind 1€ und deswegen erscheint hier auch erstmal alles teurer als in Deutschland. Außerdem sind die Preise hier auch anders, eine Zugfahrt ca. 45 Minuten kostet 10 Rupien (13 Cent), ein wirklich gutes Essen so 70 Rupien (1€) und wenn man auf einem Markt reichlich Obst und Gemüse kauft, dann kommt man so auf 100 Rupien (wenn überhaupt!). Deswegen ist mir heute aufgefallen, dass ich plötzlich für eine Taxifahrt von 40 Minuten 200 Rupien (2,85 €) als viel empfand. Auffällig in meiner Region ist der enorme Preisunterschied zwischen lokalen und importierten Produkten – ein Smartphone kostet fast genauso viel wie in Deutschland, aber alle Dienstleistungen sind hier im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. So habe ich mir neulich ein Wasser für 20 Rupien und dazu einen Apfelsatz für 100 Rupien gekauft. Der Apfelsaft war in dem Fall nicht aus der Gegend. Klar irgendwie werden einige Sagen, dass das ja schon logisch ist, aber es wirklich zu sehen ist schon nochmal was anderes. 

Obst und Gemüsestände hier am Bahnhof Nalpur so 10 Minuten mit dem Motorrad 

Ausblick aus dem Büro der Westbengalischen Frauenkommission -Blick auf Kolkata


Ein Stand mit Gemüse -Genau groß auf dem Bild Gurken (Sishu) 

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