Arbeit und kleine Abenteuer

Gestern habe ich endlich besprochen, was ich hier genau machen werde. Erstmal fange ich damit an 4 mal die Woche Englisch beizubringen. Zweimal die Woche den Mitarbeitern hier, 1 mal die Woche Kindern und einmal die Woche Jugendlichen Mädchen. Außerdem soll ich wohl gewisse Arbeitsbereiche hier dokumentieren, also eine Art Bericht schreiben. Ich bin mal sehr gespannt darauf und froh darüber endlich etwas sinnvolles tun zu können. Bisher habe ich eher das Gefühl, dass ich hier eher ein Gast bin als ein Mitarbeiter. Außerdem habe ich auch das Gefühl damit eine große Verantwortung zu haben und muss mir noch überlegen wo genau ich mit dem Englischunterricht ansetzen werde. Die meisten hier können ein paar Sachen sehr bruchstückhaft auf Englisch sagen und häufig fehlt dabei eine richtige Satzstruktur. Ich weiß also noch nicht so genau was ich machen werde und eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass im Bengalischen das Wort sein nicht gibt. Also wird statt: Meine Name ist Caterina nur Amar naam Caterina gesagt, also Mein Name Caterina.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass ich jetzt auch offiziellen Bengaliunterricht bekomme, das heißt zwei Mitarbeiter hier, die realtiv gut Englisch sprechen, mir zu einer festen Zeit jeden Wochentag Unterricht geben. Bis jetzt war das einmal und das hat richtig viel geholfen auch weil ich so auch die richtige Aussprache lerne, die mir häufig schwer fällt.

Heute war ich in Howrah Stadt, also an Howrah Station 40 Minuten mit dem Zug von hier, und bin das erste mal alleine Zug gefahren. Allerdings bin ich weniger aus Seightseeing Gründen hingefahren, sondern weil ich mich weiter um meine Registrierung kümmern musste. – Jeder Ausländer der länger als 100 Tage in Indien verbringt, muss sich registrieren lassen. Dies ist leider ein sehr aufwendiger Prozess und mit viel Bürokratie und Schweißtropfen verbunden. Es müssen viele Formulare erstellt und ausgefüllt werden. Hauptsächlich darüber, wo man wohnt, dass man nicht auf die Kosten von Indien lebt und dass man hier keine Arbeit weg nimmt- Deswegen habe ich mich wieder mit Aaron getroffen. Denn anders als meine Organisation NOSKK nimmt seine Organisation HELGO, die Straßenjungen durch Unterricht und Verpflegung hilft, schon seit 15 Jahren Freiwillige auf. Deswegen kennen sich die Zuständigen bei HELGO mit dem Prozedere schon viel besser aus und konnten mir mit einigen Sachen sehr gut helfen.

Auf der Rückfahrt von Howrah Station ist mir nochmal besonders aufgefallen wie freundlich die Menschen hier sind: Ich war mir nicht 100% sicher ob der Zug in den ich eingestiegen war auch wirklich zu Bauria Station, dem Bahnhof am nächsten zu NOSKK, fahren würde und hab nochmal nachgefragt. Daraufhin wurde ich auch gefragt, ob ich abgeholt werde und mir wurde bescheid gegeben wann ich aus dem Zug aussteigen musste.

Außerdem habe ich für mich selber ein kleines Experiment gewagt: In jedem Abteil des Zuges laufen meist Menschen herum, die etwas verkaufen werden. Zumeist ist das entweder Obst, Gemüse oder Snacks, die so ähnlich wie Chips sind. Auf meiner Rückfahrt stieg aber auch ein Mann ein, der in einem großen Topf eine Art Kichererbseneintopf hatte. In jedem Reiseführerer oder anderem klugen Büchlein steht ja immer, dass man bloß kein Straßenessen (also auf der Straße angebotenes Essen) zu sich nehmen soll, weil sonst Magen/Darm Probleme vorprogrammiert sind. Das Essen hier sah aber echt lecker aus und so habe ich mithilfe gut englischsprechender Inderinnen, die gegenüber von mir im Zug saßen, einen Teller gekauft. Das Essen war auch sehr lecker, aber so scharf, dass ich davon etwas weinen musste. Ich glaube, dass das das komplette Abteil sich sehr darüber amüsiert hat. Hier bei NOSKK kochen die wohl noch extra für mich eine sehr milde Variante. Auch als ich dann nicht wusste wohin mit dem Müll hat das für große Heiterkeit gesorgt. Leider ist das hier mit Müll so eine Sache: Gewöhnlich wird er einfach irgendwohin geworfen, so dass an vielen Orten sehr viel Müll auf der Straße liegt. Ich lebe weiter auf dem Dorf und so ist das bei mir zum Glück nicht so ein Problem oder/und wird durch den großen Pflanzenbewuchs ein wenig überdeckt. Deswegen wurde mir gesagt ich solle meinen Müll unter meinen Sitz tun, was ich dann auch mit einem verwirrten Gesichtsausdruck tat. Bis jetzt habe ich das Essen aus dem Zug hervorragend vertragen und hoffe natürlich auch, dass das so bleibt.

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s