Sonntag – freier Tag

Eine für mich sehr lustige Sache, die mir hier häufiger aufällt, wenn gerade männliche Personen hören, dass ich aus Deutschland komme, werde ich sehr häufig auf die deutsche Fußballnationalmannschaft angesprochen. Dabei fallen häufig Namen wie Jürgen Klinsmann, Lothar Matthäus und Thomas Müller und heute erinnerte sich einer auch daran, dass die deutsche Mannschaft vor zwei Jahren Weltmeister geworden ist. Gernerell ist Fußball hier, wie in Deutschland, der absolute Lieblingssport. Sowohl die älteren als auch die Jüngeren spielen hier vor NOSKK auf einer Rasenfläche Fußball (leider nur die männlichen Personen) und der Son meiner Chefin hat auf seinem Laptop auch FIFA gespielt.

Ich habe heute das erste mal eine Familie in ihrem eigenen zuhause besucht und zwar die Familie meiner Hausmutter. Wenn hier eine Familie etwas wohlhabender ist, dann ist ihr Haus meist in sehr bunten Farben angestrichen zum Beispiel in Pink, Grün oder Knallgelb. Auffällig hier bis jetzt ist auch, dass sobald man irgendwohin kommt, zunächst einmal ein Stuhl geholt wird und man sich setzen soll (Auf Bengali: Bochun). Das ist hier sehr wichtig und hier bei NOSKK versuche ich mich immer ein bisschen gegen das Hinsetzen zu wehren, weil hier sehr viel gesessen wird.

Meine Hausmutter ist hier für das Impfen der Kinder gegen Polio und Hepaptitis B zuständigen. Die Kinder hier haben auch alle wie bei uns einen Impfpass und jeden Sonntag von 12 bis 14 Uhr können sie kommen und sich impfen lassen. Die Standards sind zum Glück wie bei uns, das heißt es wird jedes mal eine neue Spritze aus einer Plastikverpackung genommen und alle Medikamente werden im Kühlschrank aufbewahrt.

Heute ist Sonntag, der einzige Wochenendtag in der Woche, hier wird auch samstags gearbeitet und die Kinder gehen auch samstags zur Schule. Schon heute morgen habe ich gemerkt, dass die Stimmung anders ist als an den Arbeitstagen: Die Kinder haben draußen Fußball gespielt anstatt zur Schule zu gehen. Heute mittag hatte mich eine der Mitarbeitenden von NOSKK bei Facebook angeschrieben und gefragt ob ich Lust hätte zu ihr zu kommen und ihre Familie kennen zulernen.

Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut und sie hat mich hier abgeholt. Bei ihr dann zuhause waren alle wieder sehr gastfreundlich. Ich habe ihre Schwester kennen gelernt und beide konnten gutes Englisches, so dass ich mich auch wirklich unterhalten konnte. Außerdem gab es natürlich, obwohl ich erzählt hatte, dass ich gerade erst zu Mittag gegessen hatte, wieder viel essen. Erst brachte sie Lassi, danach sehr leckere frittierte Taschen mit Gemüsefüllung und Wasser und dann Chips und Chai. Außerdem wurde ich zu einer indischen Hochzeit, die im November ist, eingeladen.

Auf dem Rückweg bestand ich dann darauf zu laufen. Das verwundert viele der Menschen hier sehr, wer es sich leisten kann fährt mit dem TucTuc oder hat ein Motorrad oder ein Fahrrad. Ich bekomme langsam den Ruf als die, die immer laufen möchte. Das liegt auch daran, dass jeder Fußweg hier bis jetzt ein Abenteuer ist. Ich treffe jedes mal neue Menschen und kann mich im Bengali Smalltalk üben. Darüberhinaus entdecke ich immer wieder neue und interessante Ecken und Orte. 


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