Thik ache

Mein erster Tag nähert sich dem Ende. Heute habe ich sehr viel erlebt: aber alles der Reihe nach. So um 9:30 Uhr bin ich aufgestanden und es war hier noch nicht viel los. Dann kamen langsam die Menschen, die hier arbeiten. Sie haben mich alle sehr herzlich begrüßt, auch wenn die Verständigung schwierig war, weil ich noch kein Bengali kann und hier fast niemand Englisch spricht. Deswegen ist auch meine Aufgabe in den nächsten Tagen so viel wie möglich Bengali zu lernen. Dann gab es Frühstück, Ei und Roti, und ich habe mit einem Mann hier ein bisschen Bengali gelernt. Hier bei NOSKK gibt es einen Bereich namens Microfinance, dieser gibt (soweit ich das alles bis jetzt richtig verstanden habe) Kleine Kredite zu Menschen, die sich das eigentlich nicht leisten können.

Danach habe ich endlich Rahima, die Chefin kennen gelernt. Sie ist echt sehr lieb und versucht alles damit es mir hier gut geht. Als ich ihr erzählt habe, dass ich mir gerne einen Salver Kameez (typisch indische Kleidung) kaufen möchte, schickte sie mich mit zwei auch hier arbeitenden Frauen los nach Howrah City.

Das war echt sehr aufregend. Wir sind mit einem TucTuc zur Bahnhaltestelle gefahren und dort kommt wohl alle 15 Minuten ein Zug nach Howrah Station (einem der größten Bahnhöfe Indiens). Also sind wir in den Zug eingestiegen. Dieser hatte keine Türen und war sehr voll. Allerdings gab es ein Frauenabteil und sogar ich glaube man kann sie Zugbegleiter nennen, die strikt darauf geachtet haben, dass in dieses Abteil auch ja kein Mann einsteigt. Dann fuhren wir so um die 40 Minuten in dem Zug und waren bei Howrah Station. Dieser Bahnhof ist ein wahnsinniges Erlebnis und nächstes mal werde ich versuchen Bilder zu machen. Ich war hier sehr froh, dass eine der Frauen mich an die Hand genommen hat. Es war sehr voll und überall wuselten Menschen entlang, trugen etwas auf ihrem Rücken oder saßen auf den Zug wartend da. Von da aus sind wir erst mit dem Bus dann mit einem Großraum Taxi zu einer Mall gefahren.

Diese Mall war leider extrem deutsch und hätte genauso gut an irgendeinem Ort in Deutschland sein können. Sie war ein extremer Kontrast zu meinem Leben hier auf dem Dorf, dass sehr traditionell indisch ist. Ich glaube, dass meine Mitarbeiter mir hier etwas gutes damit tun wollten sehr „westlich“ einkaufen zu gehen. Auch mein Essen ist bis jetzt kaum gewürzt und sehr mild. Ich habe mir zwei Salver Kameez (Fotos kommen morgen!) gekauft, dazu weite Hosen und einen Schal, der einen bestimmten Namen hat, den ich aber gerade vergessen habe. Dann haben die zwei anderen Frauen sich noch einiges gekauft und mir wollten sie unbedingt noch etwas zu essen kaufen. Ich glaube ich werde gefühlt alle zwei Stunden gefragt, ob ich Hunger habe. Ich war sehr überrascht, welche Produkte es alles gab: Über Pepsi und KitKat habe ich mich nicht sehr gewundert, aber SchokoBons von Kinder fand ich schon etwas komisch. Aber das ist wohl die Globalisierung. Auch verwundert hat mich, dass zwar hier fast alle typische Saris oder Salver Kameez tragen, in der Mall aber Werbung mit kurzen Hosen und quasi westlicher Kleidung gemacht wird.

Als wir fertig waren war es schon 19 Uhr und es ging zurück zu NOSKK. Dort wurde mir gezeigt wie der Fernseher funktioniert und was ich mega nett war in mein Zimmer wurde mir ein Wasserkocher, Tee und natürlich Zucker gestellt, so dass ich mir morgens beim aufwachen Tee machen kann. Morgen werde ich wohl offiziell dem Team vorgestellt.

Dinge, die mir so spontan noch aufgefallen sind die merkWÜRDIG sind:

  • Hier nimmt niemand Wasserfalschen direkt an den Mund sondern schüttet sich das Wasser von 5 cm über dem Mund hinein, so dass der Mund nicht die Flasche berührt. Ich habe es versucht, aber so ganz will das noch nicht funktionieren.
  • Ich habe auch schon das berühmte Kopfnicken gesehen, dass so eine Art ja heißt, aber ich denke es ist auch einfach eine freundliche Geste.
  • Das Wetter ist gar nicht so schlimm wie erwartet: Hier gibt es überall Ventilatoren an den Decken und in meinem Schlafzimmer sogar eine Klimaanlage.

Achja und das Wort in der Überschrift ist der englische Wortlaut für das Wort in Bengali das Okay bedeutet. Mir ist aufgefallen, dass sie das hier häufiger sagen und ich glaube, dass die Bedeutung hier ein bisschen anders ist.

Und noch eine kleine Bemerkung am Rande: Ich erzähle hier von meinen ganz persönlichen Erlebnissen. Das heißt nur weil ich hier in Indien Dinge auf eine bestimmte Weise erlebe bedeutet das nicht, dass die ganz allgemein in Indien überall so sind. Indien ist deutlich größer als der gesamte Kontinent Europe und auch genauso vielfältig.

Das mit dem Posten der Bilder klappt nicht so ganz, deswegen poste ich sie gleich extra.

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